Samstag, 28. Februar 2009

Book Review: Kapitel 4 - Datenträger und Verzeichnisse verwalten

OS/2 unterstützt standardmäßig zwei Diskettenlaufwerke (A und B) und mindestens eine Festplatte (C bis Z). Durch zusätzliche Treiber und Programme können auch CD-ROM und Bandlaufwerke angesprochen werden. Die einzelnen Dateien werden in Verzeichnissen organisiert. Es können beliebig viele verschachtelte Verzeichnisstrukturen erstellt werden. Ein Datenträger muss vor seiner Benutzung formatiert werden. Hierbei wird der gesamte Datenträger gelöscht. OS/2 kann Festplatten mit einem HPFS- oder FAT-Datensystem formatieren. Disketten können nur mit FAT-Datensystem formatiert werden. Ein Datenträgen kann sowohl über die Benutzeroberfläche als auch über die Kommandozeile formatiert werden. Durch einen Rechts-Klick auf das Laufwerkssymbol erscheint im Kontextmenü die Option Datenträger formatieren. Wird dieser Ausgewählt erscheint ein Menü in dem der Name des Datenträgers und das Diskettenformat eingestellt werden kann. Bei Festplatten kann zwischen HPFS und FAT gewählt werden. Ein Klick auf den Format Knopf und schon wird die Diskette bzw. Festplatte formatiert.

Meiner Meinung nach ist dies ein sehr schlechte Idee, dass Formatieren eines Datenträgers aus einem Kontext-Menü heraus zu erlauben. Hierfür hätte man ein System-Tool schreiben können, dass ein unbeabsichtigtes Löschen verhindert. Da es unter OS/2 keine eingeschränkten Nutzerrechte gibt, kann somit jeder mit zwei Mausklicks die Systemfestplatte unwiederbringlich löschen.

Ein weiter Kontext-Menüpunkt ist die Überprüfung des Datenträgers. Im darauf erscheinenden Fenster kann angewählt werden ob das Datenträger überprüft werden soll und ob Fehler im Dateisystem bei Bedarf repariert werden sollen. Diese Option sollte man nicht bei der System/Boot-Festplatte auswählen, da es hierbei zu Fehlern mit geöffneten Systemdateien kommen kann. Das Resultat der Datenträgerüberprüfung wird anschließend als Tortengrafik in einem weiteren Fenster angezeigt. Der Datenträger kann auch über die Kommandozeile mit den Befehl CHKDSK überprüft und repariert werden.
Disketten können über das Kontext-Menü kopiert werden. Hierbei wird eine Eins-zu-Eins Kopie erstellt. Will man nur einzelne Verzeichnisse oder Dateien kopieren kann man diese mit der Maus selektieren und im Kontext-Menü mit Kopieren (Copy) in die Zwischenablege kopieren. Die Dateien kann man dann an einer beliebigen Stelle in einem Dateisystem wieder einfügen (Paste). Die Dateien von Dateien, Verzeichnissen und Laufwerksnamen lassen sich in den Objekteinstellungen ändern. Die gleichen Veränderungen lassen sich auch auf der Kommandozeile mit den folgenden Kommando durchführen:
  • DISKCOPY - Kopiert eine vollständige Diskette vom angegebenen Quell- zum Ziellaufwerk. Die Ziel-Diskette braucht nicht formatiert sein, da eine identische Eins-zu-Eins Kopie erstellt wird.
  • DISKCOMP - Vergleicht zwei mit DISKCOPY kopierte Diskette miteinanderer ob diese identisch sind.
  • LABEL - Einen Datenträger wird nach seiner Formatierung ein Name zugeordnet.
  • MKDIR - Es wird an der aktuellen Position im Dateisystem ein neues Unterverzeichnis mit dem angegebenen Namen erstellt.
  • CD - Wechselt die Position im Dateisystem. Mit "CD .." wechselt man in das Übergeordnete Verzeichnis.
  • RMDIR - Löscht ein Unterverzeichnis. Dieses muss vorher leer sein, d.h. es durch sich keine weiteren Verzeichnisse oder Dateien mehr in ihm befinden.
  • ASSIGN - Ordnet einem Laufwerk einen anderen Laufwerksbuchstaben zu.
  • JOIN / SUBST - Ordnet einen Unterverzeichnis auf einem Laufwerk einen Laufwerkbuchstaben zu.
OS/2 2.1 bringt in dieser Version noch keine Programme zur Archivierung mit. Es gibt auch kein Komprimierungs-Tools (tar, compress, zip) mit der man Dateien und Verzeichnisse komprimieren kann. Diese muss man nachträglich installieren. Für ein einfaches Backup von Daten gibt es die Möglichkeit über die Kommando-Konsole und den Befehlen "BACKUP" und "RESTORE" Dateien zu sichern. Hierzu mehr im nächsten Kapitel.

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