Posts mit dem Label Hardware werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hardware werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 26. Mai 2010

Dual Pentium for eBusiness

Dieses Relikt von 1997 fand ein Arbeitskollege bei der Keller-Entrümpelung. Da er wusste, dass ich noch an alten Computern herumbastele, schenkte er es mir. Das Gigabyte Mainboard GA-586DX unterstützt 2 Pentium Prozessoren von 75-200 MHz. (Leider keine Dual-Voltage MMX Prozessoren)
Es hat 4x PCI- und 4x ISA Slots, 2x COM, 1x LPT, PS/2 Tastatur- und Maus- Anschlüsse, Primary und Secondary IDE, USB 1.1 und SCSI bzw. Fast-SCSI Controller und Anschlüsse Onboard.
Was könnte man besseres mit so einem alten Mainboard anstellen, als OS/2 darauf zu installieren? Zum Wegschmeißen ist ein einfach zu schade, finde ich. Auf dem ATX-Mainboard sind 2 Pentium 166 MHz CPUs installiert und 4x 32 MB RAM. Als optimales Betriebssystem würde sich Windows 2000, Windows XP oder OS/2 Warp Server 4.52 for eBusiness eignen. Mal schauen wie gut OS/2 auf dieser Hardware läuft.

Nach einer Suche im Keller habe ich nun die restlichen PC Komponenten zusammen. Ein 3,5" Floppy-Laufwerk ist zwingend erforderlich; OS/2 bootet bekanntlich nicht von CD. Eine 4 GB Ultra-Wide-SCSI Festplatte ist schnell (für die damalige Zeit) und bietet ausreichend Platz für das Betriebssystem und einige Anwendungen. Ein ungenutztes CD-ROM Laufwerk habe ich nicht mehr gefunden, dafür aber zwei IDE-Wechselrahmen für Festplatten. Für die Installation werde ich mir ein passendes Laufwerk aus einem anderen PC entleihen. Als Grafikkarte werde ich eine Matrox Millenium II PCI Karte verwenden. Hierfür gibt es noch halbwegs brauchbare Treiber für OS/2. Eine alte Realtek 10 MBit Ethernet PCI Karte sorgt für die Verbindung zum Netz. Zuletzt fehlt noch Musik. Eine passende Soundkarte (PCI oder ISA) habe ich aber leider nicht mehr gefunden.

Nun habe ich endlich ein altes, aber noch brauchbares Mini-Tower Gehäuse gefunden. Mittelweile liegt schon wieder ein kleine Staubschicht auf den Komponenten; ich habe in den letzten Monaten einfach keine Zeit gehabt. Auf dem Mainboard befinden sich jetzt 2 x 64 MB + 2 x 32 MB RAM. Außerdem habe ich eine Soundblaster und hoffentlich auch OS/2 kompatible Soundkarte aufgetrieben. Als Betriebssystem werden ich nun versuchen eComStation 2.0 GA installieren. Dieses soll ja Multi-Prozessoren unterstützen. Wenn das nicht gelingt, bleibt noch OS/2 Warp Server for e-Business 4.52.

Mittwoch, 16. September 2009

Toshiba Satellite 110CS vor der Verschrottung gerettet.

Mein Arbeitgeber zieht um. Dies ist meist der Zeitpunkt, an dem man sich durch die Archive arbeitet und die alten Unterlagen aus längst vergangenen Zeiten aussortiert und entsorgt. Aber nicht nur Papier wandert in die Mülltonne, auch alte Hardware die keinen sinnvollen Zweck mehr erfüllt und nur in der Ecke vor sich hinstaubt wird entsorgt. Dieses Schicksal drohte auch einem Toshiba Satellite 110CS Notebook aus dem Jahr 1996. Ausgestattet mit einem Pentium 100 MHz Prozessor, 8MB RAM, 800MB Festplatte, Floppy und einem 800 x 600 Pixel Display (Chip&Technology 65548 Grafikkarte) war es für den Einsatz von Windows 95 gedacht und genau dieses Betriebsystem befand sich auch noch auf der Festplatte. Bis auf den Akku war das Notebook technisch noch einwandfrei, nur erfüllte es keinen praktischen Nutzen mehr.

Nach kurzer Überlegung stand für mich fest, dass an diesem Notebook der große Exorzismus angewandt werden musste: Windows 95 löschen und OS/2 Warp Connect installieren.

Da das Notebook keine Anschlussmöglichkeit für ein CD-ROM Laufwerk hat, bleibt eigentlich nur die Installation über Disketten. Dies wollte ich mir aber nicht zumuten. Erstens habe ich keinen entsprechende Diskettensatz und zweitens nicht die Zeit und die Lust mich noch einmal aus Disk-Jockey zu betätigen. Zum Glück lies sich die 2,5" Zoll IDE Festplatte bequem durch wenige Handgriffe aus dem Notebook entfernen und in ein externes USB-Festplattengehäuse einbauen. Damit ist es möglich, auf einem anderen (Windows) PC mit Hilfe von QEMU-Manager ein neues Betriebsystem auf der Notebook-HD zu installieren. Das einzige was man benötigt, ist ein USB-IDE-Gehäuse für 2,5" Festplatten, die OS/2 Warp Connect Installations-CD und QEMU-Manager in der neusten Version.

Unter QEMU-Manager erstellt man sich zuerst einen neuen virtuellen PC. Als Festplatte definiert man aber nicht eine virtuelles Festplatten-Image sondern wählt die USB-HD als physikalisches Gerät aus. Als Boot-Gerät wählt man die Disketten-Images von der OS/2 Warp CD aus. Mit diesen Einstellungen kann man OS/2 Warp Connect in wenigen Minuten auf der USB-HD installieren und booten. Die Netzwerk-Unterstützung habe ich nicht installiert, da der Installer unter QEMU bei mir hängenbleibt. Nach der Installation braucht man nun nur noch die Notebook-HD in das Notebook einbauen. Ich habe als Dateisystem für OS/2 FAT gewählt, weil mit 8MB RAM ein Betrieb mit HPFS zu viel Speicher benötigt und das System ausbremst und weil es mir hierdurch später möglich ist, die Festplatte erneut über das USB-HD-Gehäuse an einen anderen PC anzuschließen um Daten auf diese Platte zu übertragen.

[UPDATE] Eine OS/2 Warp Installation auf FAT Partition stellt sich für einige OS/2 Anwendungen als Problem da. Darum habe ich die Installation auf Basis einer HPFS Partition wiederholt. Auf der Festplatte befindet sich trotzdem noch eine kleine FAT16 Partition damit ich bei Bedarf Daten auf die Festplatte übertragen kann. Obwohl IBM mindestens 12MB RAM für den Einsatz von HPFS empfiehlt, läuft Warp 3 es auf meinem Notebook noch mit ausreichender Geschwindigkeit.

Anschließend wird nun das Fixpack 40 für Warp 3 installiert das man hier findet. Nach dem Download dieser Dateien erstellt man sich ein Verzeichnis mit dem Namen "OS2SERV". In dieses Verzeichnis werden die Datei kopiert. "csf143.zip" wird nun in dieses Verzeichnis entpackt. Anschließend erstellt man im Verzeichnis "OS2SERV" erneut eine Verzeichnis mit dem Namen "OS2SERV" in das man die restlichen Zip-Archive (ftpinstl.zip, xr_w40*.zip) kopiert. Diese werden dann in diesem Verzeichnis entpackt. (evtl. doppelte Dateien können überschieben werden). Das komplette Verzeichnis kann sich nun auf die OS/2 Festplatte kopieren und ausführen. (OS2SERV.EXE)

Nach dem Patch habe ich dann noch den SNAP-Grafiktreiber installiert, da ich keinen funktionierenden Treiber für die Chips&Technology Grafikkarte gefunden habe. SNAP-3.1.8 findet man, zusammen mit den freien Registrierungsschlüssel hier zum Download. Nach erfolgreicher Installation kann ich nun die volle Auflösung mit 800 x 600 Pixeln bei 256 Farben nutzen.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Warp 4 auf einem IBM Thinkpad 760ED

Für eine Hand voll Euro bin ich in den Besitz eines IBM ThinkpadED 760 gekommen. Dieses Notebook aus dem Jahr 1997 besitzt einen Pentium Prozessor mit 133 MHz, 80 MB RAM eine 3 GB Festplatte und ein CD-ROM Laufwerk. Diese Notebooks sind sehr stabil und robust und wurden sogar auf der ISS-Raumstation eingesetzt. [Beweisfoto] Da ich schon auf meinem Escom Notebook Warp 3 an laufen habe, dachte ich mir es wäre eine gute Idee, auf diesem Notebook Warp 4 zu installieren. Leider besitzt das Notebook kein Diskettenlaufwerk und das CDROM Laufwerk ist nicht bootfähig. Wie will man auf diesem Gerät ein Betriebsystem installieren? Man kann ein spezielles Diskettenlaufwerk extern anschließen oder das integrierte CDROM-Laufwerk gegen ein entsprechendes Diskettenlaufwerk ersetzen. Ich wollte nicht noch mehr in dieses Notebook investieren (da ich bis dahin noch nicht mal wusste, ob es überhaupt noch richtig funktioniert) und suchte darum nach einem anderen Weg den ich im folgenden beschreiben will.

Im Thinkpad ist eine Standard 2,5" IBM-IDE Festplatte verbaut. Da man sehr einfach, durch das hochklappen der Tastatur, an das Laufwerk herankommt, habe ich die Festplatte aus dem Notebook entfernt und in externes USB Gehäuse eingebaut. Damit ist es nun möglich über einen anderen PC auf diese Festplatte zuzugreifen. Als erstes musste ich feststellen, das die in dem Thinkpad verbaute 3 GB Festplatte defekt war. Da ich aber noch eine 1 GB Festplatte in Reserve hatte konnte ich diese schnell ersetzen. Eigentlich hatte ich vor die Festplatte gegen eine Compact-Flash-Karte zu ersetzen, wie ich es auch bei dem Escom-Notebook gemacht habe. Leider habe ich keine CF-Karte mehr, die mit dem IDE-CF-Karten-Adapter funktionieren wollen.

Das nächste Problem ist aber nun, wie man ein Betriebsystem auf einer über USB angeschlossenen Festplatte installiert. Mein PC BIOS kann zwar von USB-Festplatten booten, aber diese nicht als interne HD abbilden. Die folge ist, das außer Linux kein Betriebsystem-Installer die USB-Festplatte als installationsfähiges Medium erkennt. Die Lösung aus diesem Problem heißt QEmuManager. Unter Windows wird dieser Emulator installiert und statt einer virtuellen Festplatte die USB-Festplatte als Physikalisches Medium angegeben. Nun kann man im Emulator ein Betriebsystem von einem Betriebsystem Image (Floppy oder CD) booten und ein neues Betriebsystem auf der USB-Festplatte installieren.

Nachdem ich zum Test DOS auf der USB-Festplatte installiert hatte, musste ich feststellen, das ich dieses DOS nicht auf dem Thinkpad bootet. In der Emulation und direkt auf dem PC lief der Bootvorgang fehlerfrei. Der Fehler liegt am USB-IDE-Controller. Dieser spricht die 2,5" IDE-HD nicht mit den gleichen physikalischen Parametern an wie das Thinkpad. Dieses Problem kann man umgehen, wenn die IDE-HD schon formatiert ist. Dann übernimmt der USB-IDE-Controller die Cylinder-, Heads- und Sector-(CHS) Parameter aus dem Filesystem der IDE-HD. Doch wie soll ich die IDE-HD auf dem Thinkpad vorformatieren wenn ich auf diesem Gerät kein Betriebsystem booten kann? Hier Hilfe ein kleines Tool aus der Patsche. Es heißt Smart-Boot-Manager. Dies ist ein Boot-Manager der sich in den Master-Boot-Record der Festplatte installiert. Er ist so klein das er nicht mehr als einen Sektor belegt, und bietet das Feature von einer CD-ROM zu booten. Mit Hilfe von QEmuManager war der Boot-Manager schnell auf der IDE-HD installiert. Der anschließende Test auf dem Thinkpad brachte den erwachtetden Erfolg. Der Bootmanager wurde geladen und mit dessen Hilfe war es nun möglich auf dem Thinkpad von dem CD-ROM Laufwerk zu booten.

Der nächste Schritt ist nun, ein Betriebsystem zu booten und mit dessen Hilfe die Festplatte neu zu partitionieren. Natürlich kann nun auch direkt auf dem Thinkpad ein Betriebsystem installieren (Linux, Win98, WinNT usw). Ich wollte aber OS/2 Warp 4 installieren und dass bootet nicht von CD-ROM ohne Bootdisketten ist man hier weiterhin aufgeschmissen, wenn man nicht QEmuManager zur Hilfe nimmt. Ich habe auf der IDE-Festplatte auf dem Thinkpad mit Hilfe von FreeDOS eine primäre Partition angelegt und diese bootfähig formatiert. Nachdem ich mich davon überzeugt habe, dass das Thinkpad von der Festplatte bootet, habe ich die Festplatte wieder aus dem Notebook entfernt und in das externe USB-Gehäuse eingebaut. Wir dieses nun mit dem PC verbunden erkennt der USB-IDE-Controller die IDE-Festplatte und die Partition auf der Festplatte. Man kann nun wie gewohnt auf die Festplatte zugreifen. Mit QEmuManager habe ich nun OS/2 Warp 4 auf dieser Festplatte installiert. Der Ablauf ist der gleiche, wie wenn man OS/2 Warp 4 in ein virtuelles Laufwerk installiert. Ich habe den Installationsprozess jedoch bei der ersten Reboot-Anforderung abgebrochen und die Festplatte wieder in das Thinkpad eingebaut. Die zweite Installationsphase lief dann auf dem Thinkpad, das nun keine Schwierigkeiten hatte von der Festplatte zu booten und auch das IDE-CDROM-Laufwerk richtig erkannte.

Wenn man OS/2 in ein FAT Dateisystem installiert, ist es zu einem späteren Zeitpunkt möglich die IDE-Festplatte nochmal aus dem Thinkpad auszubauen und über das externe USB-Gehäuse an einen PC anzuschließen. Damit kann man leicht ein Backup des Betriebsystems vornehmen oder evtl. Änderungen an beschädigten Konfigurationsdateien vorzunehmen.

Auf diese Weise hat man OS/2 Warp 4 in weniger als einer Stunde auf einem Thinkpad 760ED installiert. Man benötigt aber einen PC mit mindestens Windows 2000 und USB und eine externes USB-Gehäuse für 2,5"-IDE-Festplatten. Als nächstes muss ich mir die einzelnen Treiber für das Thinkpad beschaffen. Die Grafikkarte, Soundkarte und die IrDA-Schnittstelle werden nicht von Warp 4 erkannt. Zu diesem Thema habe ich einen Artikel auf www.OS2BBS.com gefunden, der ausführlich beschreibt, welche Treiber es gibt und wie man sie für OS/2 Warp installiert. Leider kann ich die angegebenen Treiber nirgendwo mehr finden. Bei Hobbes findet man einen Treiber für die ESS 688 Soundkarte. Für die Grafikkarte Trident CYBER9320 bleibt die Hoffnung, dass vielleicht der DisplayDoctor-Treiber helfen kann. Vielleicht hat aber auch DrRatio noch alte Treiber CDs in seinen Archiv?

[UPDATE 21.Sep.2009] Alle Versuche eComStation 2.0 RC7 oder eine frühere Version von eCS auf diesen Notebook zu installieren sind gescheitert. Das Notebook bleibt schon beim laden des Bootmanagers von CD hängen. Vermutlich benötigt dieser mehr als 80MB RAM. Schade. Nun bleibt nur die Installation von OS/2 Warp 4.

[UPDATE 29.Sep.2009] Da ich nun mittlerweile 2 Notebooks schon mit OS/2 Warp 3 am laufen habe, und Warp 4 lieber in einer virtuellen Maschine nutze, habe ich auf dem Thinkpad Windows 98 SE installiert. Für dieses Betriebssystem habe ich alle Treiber bei Lenovo herunterladen können. Ich habe noch reichlich alte Windows-Software herumliegen die ich nicht mehr unter WindowsXP/7 ans laufen bekomme.

[UPDATE 14.Jan.2010] Mittlerweile ist mir noch eine weitere Festplatte in die Hände gefallen, die sich in dem Thinkpad betreiben läst (Das BIOS akzeptiert keine HD über 5 GB). Auf dieser habe ich OS/2 Warp 4 installiert und anschliessend Fixpack 15, Innotek Java 1.4.2 und den SNAP Display Treiber installiert. Diese Installation belegt knapp 300MB der 520MB Festplatte. Der Netzwerk funktioniert über eine 3COM Etherlink III PCMCIA Karte ohne Probleme.

[UPDATE 06.Mai.2010] Das Thinkpad 760ED hat eine sehr spezielle Soundkarte. Passende Treiber kann man aber zum Glück noch hier finden.

Dienstag, 17. März 2009

Warp-Book im Selbstbau

OS/2 Warp 3 läuft unter Q und QEmuManager, ich wollte trotzdem einmal eine Installation auf "echtem Eisen" durchführen, um mir ein Bild davon zu machen, wie schnell bzw. gut OS/2 sich 1994 für den Anwender an gefühlt hat. Ich habe einige alte PCs herumstehen, auf denen ich schon Warp 4 und EcomStation probeweise installiert hatte und weil bei dem letzten OS/2 Buch, dass ich in die Finger bekommen hatte, eine 60 Tage OS/2 Warp Version auf CD-ROM bei lag, dachte ich mir, jetzt installierst du auch mal Warp 3.

Leider lies sich Warp 3 auf keinem meiner Rechner mehr installieren. Alle bleiben bei der Installation entweder hängen (frieren ein) oder beenden das Booten mit einem TRAP. An dieser Stelle wurde mir klar, wie gut die Emulation unter QEmu wirklich ist.

An diesem Punkt hatte ich zwei Möglichkeiten weiter zu machen. Treiber-Troubleshooting in der Config.sys von Warp 3 oder die Beschaffung vernünftiger, antiker Hardware aus dem Jahr 1994. Außerdem wollte ich Warp 3 nicht wirklich auf diesen alten, lauten, sperrigen, dreckigen Blechkisten installieren. Bei eBay fand ich nach kurzer Suche ein 486 Notebook mit Farb- VGA- TFT- Display als Defekt für unter 10 Euro. Was defekt an dem Gerät war, war dass der Display-Deckel nicht mehr in Position gehalten wurde, weil die Plastikverschraubungen an den Schahnieren über die Jahre brüchig geworden waren. Mit etwas Heißkleber (DrRatio's liebling ;) war das schnell repariert. Der Akku war natürlich nach über 10 Jahren platt und das Netzteil war kaputt. Ein passendes 19 Volt Netzweil war schnell organisiert und nach dem Einschalten des Geräts bootete es Windows NT 4.0 von seinem Vorbesitzer.

Bei dem Notebook handelt es sich um ein ESCOM PARADIGMA II aus dem Jahre 1995 mit 486 DX 4-100 MHz CPU und 20 MB RAM, also die ideale Hardware für Warp 3. Das 12"-Display hat eine Standard-VGA Auflösung von 640 x 480 Pixel bei 256 Farben. Die laute und scheppernde 504 MB 2,5"-Festplatte wurde sofort gegen einen Compact-Flash-IDE-Adapter mit 256 MB CF-Karte gewechselt.

Schwierig wurde es bei der Partitionierung der CF-Karte. Die CF-Karte wurde vom BIOS sauber erkannt, da dass Disketten-Laufwerk aber nicht mehr richtig funktionierte, war es sehr schwer ein DOS auf dem Notebook zu booten um die Festplatte zu partitionieren. Nach vielen Versuche klappte es dann, und auf der CF-Karte konnte dann anschließenden mit QEmuManager Warp 3 installiert werden. Nach der Installation wurde die CF-Karte wieder in das Notebook eingebaut, welches nun Warp ohne Probleme bootet. Beim Filesystem Typ bin ich bei FAT geblieben. Ich kann nun die CF-Karte über einen USB-Media-Reader an jeden PC anschließen und nachträglich Daten von und auf das Medium kopieren. Außerdem kann ich das installierte Warp 3 unter QEmuManager booten und damit arbeiten, so als laufe es auf dem Notebook. Dabei sollte man aber beachten, das man keinen Virenscanner oder irgend welche anderen Programme laufen hat, die gleichzeitig mit dem Emulator auf die Daten auf der CF-Karte zugreifen. Das Ergebnis ist ein durcheinander in der FAT und in den Daten auf der CF-Karte.
Unter Q auf dem Mac kann ich mit dem Disk-Utility ein Image von der CF-Karte erzeugen. Leider habe ich noch keinen Weg gefunden, dieses wieder auf die CF-Karte zurückzuspielen. Das erzeugte Image kann man unter Q booten und somit auch mit Warp 3 arbeiten.

Sonntag, 1. Februar 2009

eCS 2.0 RC 5 Installation auf echtem Eisen

Ein Freund hat mir das ISO Image von eCS 2.0 RC5 kopiert. Ich wollte einfach mal ausprobieren, ob dieses Version auch unter QEmu bootet, und das Image passte mit 677MB noch auf meinen Memorystick den ich dabei hatte. Zu Hause habe ich dann sofort das Image unter QEMU gebootet. Nach der Bootauswahl erscheint kurz das blaue eCS RC5 Boot-Logo und eCS stürzt ab...schade.
Da ich eCS aber trotzdem mal ausprobieren will, brenne ich das ISO-Image auf CDROM und Versuche eine Installation auf einem IBM Thinclient. Aber auch hier erfolgt der Abstutzt nach dem Boot-Logo. Im Keller hab ich dann in einer verstaubten Ecke noch ein Relikt aus meiner Studienzeit entdeckt. Ein Pentium MMX 200 MHz mit 64 MB RAM mit Matrox Millenium II Grafikkarte. Diesmal hab ich mehr Glück. eCS bootet bis zum ersten grafischen Installations- screens. Leider wird dieser nicht fehlerfrei angezeigt. Also erneut gebootet und diesmal in den eCS-Booteinstellungen die VGA-Grafik anstatt der SNAP-Grafik ausgewählt. Diesmal sind die Grafikausgaben vollständig.
Nun folgt die umständliche Eingabe des 105stelligen Registrierungscodes. Nachdem man endlich geschafft hat, diesen fehlerfrei einzugeben kommt man zur Auswahl der Installationsfestplatte. Spätestens hier stellt man nun fest, ob beim booten die Treiberauswahl für die Festplatte die richtige war. Falls nicht, wie bei mir, bleibt einem nicht anderes übrig, als auf den Reset-Knopf zu drücken und eCS erneut zu booten. Vielleicht erwischt man im Bootmenü diesmal den richtigen Treiber. Auf jeden Fall, darf man bei jedem Versuch den 105stelligen Code wieder eingeben.
Trotz der Auswahl "Easy"-Installation gelangt man nun in den Partitionsmanager wo man sich eine Partition für eCS erstellen muss. Dies ist schnell erledigt und man muss den Rechner nicht nochmal neu booten. Die erstellte Partition auf der Festplatte wird nun mit einem HPFS Filesystem formatiert. Sie ist 4 GB groß und die Formatierung dauert 1 Stunde (kein Witz). Zeit genug für eine oder zwei Tassen Kaffee.
Nach der Formatierung führt der Installer ein Hardwareerkennung durch. Die Netzwerkkarte wird erkannt und die Installation aller eCS Komponenten beginnt. Am Ende der ersten Installationsphase führt eCS einen Reboot durch. Nach der Installationsphase 2 ist eCS betriebsbereit installiert. Als erstes habe ich versucht mit Firefox ins Internet zu kommen. Die Netzwerkkarte hat über DHCP alle nötigen Netzwerkeinstellungen von Router bekommen und der Firefox-Browser wird standardmäßig mit eCS installiert.
Leider stelle ich fest, dass ein Pentium MMX 200 mit nur 64MB RAM mit eCS und Firefox überfordert ist. Das System swapt sich tot. Zum Glück habe ich noch ein paar PS/2 Simms herumliegen und der PC noch zwei freie RAM-Steckplätze. Schon läuft der PC mit 128MB RAM. Ein Swapen auf die Festplatte findet jetzt nicht mehr statt, Firefox ist aber immer noch unerträglich langsam.
Alles in allem kann lief die Installation ohne Fehler durch. eCS bringt ein Java 1.4.2, Firefox und Thunderbird und Makromedia Flash 5 Player direkt mit. YouTube Video im Browser läuft damit aber leider nicht. Warum eine Installation auf einem IBM Thinclient nicht funktioniert ist mir schleierhaft. Ich kann mich erinnern, dass ältere Versionen von eCS noch gut darauf gelaufen sind (siehe OS-Liste).
Nachdem ich 3 Stunden mit eCS herumgespielt habe komme ich zu folgendem Ergebnis:
  • eCS ist ein grafisch und farblich aufgepepptes OS/2 Warp 4 das schon die notwendigsten Zusatzprogramme wie Webbrowser, Mail-Client, Java 1.4.2, Fixpacks und Utilitys (VNC, FTP, WarpIN, Picture-Viewer usw.) mitbringt.
  • Die Netzwerk-Installation verlief bei mir Reibunglos. Die Hardware wurde automatisch erkannt und dank DHCP auch automatisch konfiguriert. Trotzdem bleibt eCS im Lokalen Netzwerk isoliert, da außer mit HTTP und FTP keine Kommunikation mit anderen Rechnern möglich ist, mit spezielle Kenntnissen in Netzwerk-Administration lässt sich hier aber noch das eine oder andere Tricksen. An Samba für OS/2 wird zur Zeit gearbeitet, es ist aber noch kein Bestandteil von eCS.
  • Für jede System-Komponente gibt es ein eigenes Setup, für die Software-Komponenten, für die Hardware, für Multimedia, für das Netzwerk usw. und alle werden völlig unterschiedlich von einanderer bedient. Hier merkt man eCS bzw. OS/2 deutlich an wie es über die Generationen gewachsen und gealtert ist. An den alten Konzepten werden die Entwickler von eCS aber nichts mehr ändern können. Das ganze wirkt grob zusammengeschustert und altbacken. Der OS/2 Kenner ist diesen Umstand aber aus langjähriger Erfahrung gewohnt, nur Neu-Einsteiger werden sich wundern und vielleicht wieder aussteigen bevor sie einsteigen.
  • eCS 2.0 RC5 ist keine Alternative zu Windows XP, Linux oder MacOS X. Es ist ein Lösung für alle die, die noch Fest an OS/2 gebunden sind (bzw. noch nicht loslassen wollen) und zur Zeit noch keine Möglichkeit zur Migration auf ein anderes Betriebssystem gefunden haben.