Dienstag, 5. Mai 2009

Ein halbes Jahr OS/2 Today ...

Es kommt mir ewig vor, aber es ist erst ein halbes Jahr her, dass ich mich hier mit OS/2 auseinandersetze. In der Community ist nicht viel passiert, aber ich hab trotzdem einiges gelernt. Auch für das nächste halbe Jahr habe ich einiges in Vorbereitung:
  • Ich habe einen vollständigen Satz der Zeitschrift Inside OS/2 in die Hände bekommen. Hier wird es einiges an Workshops, Tips und Tricks zu Reviewen geben.
  • Es wird weiter an Q, QEmu und QEmuManager getüftelt, bis OS/2 2.1, Warp 3 und Warp 4 auf den drei Betriebssystemen Windows, Linux und MacOS X mit Video, Sound und Netzwerk läuft.
  • Ich hoffe das Mensys es schafft eComStation 2.0 GA bis zur Warpstock 2009 fertig zu bekommen. Es wird von mir ein ausführliches Review geben, vorausgesetzt DrRatio kauft sich echt noch mal ein eCS ... der alten Zeiten wegen?!
  • Es wird noch weitere Spiele-Reviews geben, denn DrRatio hat noch einige Spiele für OS/2 aufgetrieben.
  • Von der Warpstock 2009 werde ich leider nicht live berichten können, mir fehlt die Zeit für die Reise.

Netlabs.org auf neuem Kurs

Die Entwicklung von Voyager wird in Zukunft eine neue Richtung einschlagen. Das frühere Ziel, die Workplace Shell von OS/2 auf einen modernen Kernel neu aufzusetzen wird nicht weiterverfolgt. Das neue Voyager soll sich mehr an aktuellen Web 2.0 und Mobil-Computing Konzepten orientieren und in diesem Feld Innovationen eröffnen.

"So this is what our project is about: Access information in its most perfect representation on any device. Our work will provide a small layer of software that can be run on your laptop, your mobile device and maybe also on your TV at home. This software will use a lot of technologies that were developed the past years by people around Tim Berners-Lee and the Semantic Web."

Für Adrian Gschwend hat die Entwicklung von eCS das Ende erreicht. Die aktuelle Entwicklung an eCS beinhalt keinen technologischen Fortschritt, sondern stellt nur die vorübergehende Existenz auf aktueller Hardware sicher.

"Some years ago, I already proposed that we should rather go into a direction where eCS would run on virtualized hardware and that we invest our energy and money into something new. Unfortunately this never happened and I see more and more of the big contributors at netlabs.org switching to other systems, including myself. As some of you might know, Daniela Engert also decided to stop development of her famous DANIS506 driver."

Die OS/2 und eCS Projekte werden weiterhin von netlabs.org unterstützt (aktuell Qt 4) und gehostet. Adrean wird weiterhin sein bestes tun alle existierenden und neuen Projekte zu unterstützen.

Montag, 27. April 2009

Qt 4 portierung nach eComStation

Trolltechs GUI Toolkit für die Programmierung grafischer Benutzeroberflächen soll nun auch nach eComStation portiert werden. Seit der Version 4.5 wird Qt auch unter der LGPL Lizenz veröffentlicht und es ist somit jedem möglich es für private als auch kommerzielle Anwendungen uneingeschränkt zu nutzen. Außerdem soll mit Qt 4 eine Portierung von aktuellen Anwendungen nach eCS möglich werden.
Dmitry A. Kuminov, der schon Qt 3 nach OS/2 portierte, soll nun auch die aktuelle Version von Qt portieren. Für die entstehenden Kosten und Aufwände sammelt Netlabs nun Geld. Bei Mensys wurde hierfür ein "Sonsoring Unit" zu 20 und 50 Euro eingerichtet. Das Geld wird zu 100% an Netlabs weitergereicht. Insgesamt werden 9000 Euro benötigt. Bis zum 7. Mai wurden etwa 3000€ gespendet. Das meiste Geld kam durch 50€ Sonsoring Units.

[UPDATE] Bei Netlabs wurde heute mit dem Projekt begonnen indem man schon mal das Source-Code Repository anlegt hat.

[UPDATE 29.Aug] Es steht nun die erste Beta Version von QT 4.5.1 Beta 1 zur Verfügung. Für die GA werden auch einige QT 4 Anwendungen nach OS/2 portiert. Die Entwickler empfehlen zum Ausprobieren den aktuellen Source-Stand vom SVN-Repository zu holen. Hier ein erster Screenshot.

Donnerstag, 23. April 2009

Warp vs. Win95 - Hat OS/2 noch eine Chance?

So lautet der Titel der Zeitschrift OS/2 Spezial der Ausgabe 3/95. Diese Zeitschrift ist mir diese Tage mit einem vollständigen Satz der Zeitschrift Inside OS/2 in die Hände gefallen. Im Editorial der Zeitschrift vergleicht der Redakteur Thomas Hümmler OS/2 und Windows 95 mit Hase und Igel, welches ich hier zitieren möchte:

Jetzt ist es offiziell: IBM gibt auf. Anfang August, berichtet das Handelsblatt, gestand Louis V. Gerstner, Vorstandsvorsitzender von IBM, ein, daß OS/2 den Kampf um Heim- und Endanwender gegen Microsoft und Windows verloren hat. Der milliardenschwere Werbefeldzug und ein Jahr Vorsprung haben nichts gebracht. Der Hase war schneller - und schlauer.

Ein weiterer Schlag ins Gesicht derer, die seit einiger Zeit Warp auf Sparflamme fahren. Aber ein vorhersehbarer Schlag. Die Unterstützung der großen Softwarehäuser bleibt aus. Hersteller Corel hat vor längerem bereits seine Zusage zurückgenommen, daß Corel Draw 6.0 für OS/2 im August erscheint; der deutsche Hersteller Star Division verkündete noch auf der Cebit vollmundig, daß Star Office im Juni kommt. Jetzt ist es Anfang September und außer einer instabilen Vorversion immer noch nichts in Sicht, geschweige denn in Produktion - kleinere Probleme halten groß auf. Einzig Lotus, das neue Kind von IBM, könnte den Termin halten. Deren Smart-Suite-Ankündigung ist weniger präzise, aber für OS/2-Besitzer spektakulär: 60 Tage nach Windows 95. Die Geburtsstunde für die amerikanische Version fiele demnach voraussichtlich auf den 24. Okt. 1995 wohlgemerkt. Mal abwarten...

IBM igelt sich derweil mit Warp in den Unternehmen ein. Es bleibt dem Elektronik-Multi fast nichts anderes übrig. Software für Firmen, für Banken und Versicherungen ist seit eh und je die Stärke von OS/2. Zwar kommen auch langsam die Krauter mit ihrer Rübensoftware. Aber die fault zum Teil schon in der Verpackung, wie etwa der Novastar vertriebene Workplace Commander.

Und Sie? Als Anwender? Sehen Sie zu, wie der Hase graziös übers Feld davonhoppelt, während der Igel vielleicht noch einmal die Stacheln flachlegt und hinterherhetzt? Nur zuschauen geht nicht, Ihr Computer arbeitet nicht von alleine. Achten Sie daher auf sich: Vielleicht wachsen Ihnen auch bald schon Löffel, Sie trommeln mit dem Fuß und schlagen dem Igel einen Haken - dem Hasen hinterher.


Mich hat erstaunt, dass dieses Editorial den Leser schon Mitte 1995 auf so düstere Zeiten einstimmt. Der Artikel Warp 3 vs. Win95 beschreibt im Detail die Unterschiede zwischen den beiden Betriebssystemen. Technisch war OS/2 Warp 3 dem Konkurrenten Windows 95 überlegen. Doch das User-Interface von Win95 ist einfacher für einen normalen Benutzer zu verstehen und dass war zuletzt der ausschlaggebende Punkt warum Microsoft mit seinem Produkt gewonnen hat.

Mittwoch, 15. April 2009

WarpStock Europa 2009 in Stralsund

Die WarpStock Europa 2009 findet dieses Jahr vom Freitag 13. bis Sonntag 15. November in Strahlsund statt. Die geplanten Social Events sind ein Besuch der Gorch Fock des Ozianeums und ein Streifzug bei Nacht durch die Stadt mit der Stralsunder Nachtwache. Die Warpstock Homepage befindet sich noch im Aufbau.








[UPDATE]
Die Homepage der Warpstock ist nun Online. Die Warpstock findet im Hotel Rügenblick in der nähe des Strands von Stralsund statt. Das Hotel hat 64 Zimmer und mehrere Aufenthaltsräume. Für 5€ kann man sich direkt im Hotel auch Fahrräder ausleihen und die nähere Umgebung erkunden. Das Hotel hat aber auch einen Fitness-Raum und eine Kegelbahn. Die Altstatt von Stralsund ist aber auch zu Fuß oder mit dem Bus (3 km) zu erreichen. Wer nicht im Meer schwimmen gehen will, findet ein geeignetes Schwimmbad in 500m Entfernung vom Hotel.
Der Preis für ein Einzelzimmer kostet 37€ pro Übernachtung. Ein Frühstück bekommt man für 6€. Zahlen kann man Bar oder mit EC-Karte. Es werden aber auch VISA, AmericanExpress und DinersClub Karten akzeptiert. Auf den Zimmern gibt es Kabel-TV aber keinen Internet-Zugang. Wer während der Warpstock darauf Wert legt, sollte sich evtl. ein Zimmer reservieren dass in der Sendereichweite eines WLAN Routers des Messeaufbaus liegt, oder sich vielleicht zwei Powerline-Adapter mitnehmen.

Im Internet gibt es die folgende Kritiken zu diesem Hotel:
  • Zur Vervollständigung und Objektivität sollte gesagt werden, dass es sich um einen ehemaligen aber sehr gelungen umgebauten Kasernenbau handelt der am Stadtrand in ruhigerLage liegt. Die nächsten Restaurants befinden sich aber erst in der Innenstadt, ca. 2-3 km, aber die Bushaltestelle ist unmittelbar beim Hotel.
  • Zimmerausstattung und Ambiente des Hauses entspricht dem einer Jugendherberge! Nachts konnte man keine Erfrischungsgetränke kaufen. Im Badezimmer keine Extras (Duschgel u.a.). Keine Kindersicherung an den Steckdosen.
  • Das Hotel Rügenblick ist hervorragendes Hotel mit überaus gelungener (farblich und architektonisch) Gestaltung im Haus und in den Zimmern. Sehr freundlicher Service. Wäre gerne noch länger geblieben und kann es allen sehr empfehlen. Das Preis- Leistungsverhältnis ist so wie man es sich wünscht :)
  • Jugendherberge in einer Kaserne, Anfahrt mit Navi unmöglich, überhaupt nicht ausgeschildert.
  • Die Zimmergröße ist absolut top, genügend Ablagemöglichkeiten, verschließbare Schränke, Kühlschrank etc. Parkplatz direkt am Hotel auf nicht öffentlichem Gelände.
  • Von einem "Rügenblick" kann keine Rede sein. Die Insel kann man auf keinen Fall vom Haus aus sehen.
Bis zum 30. Oktober kann man sich hier anmelden.










[UPDATE] Die Umfrage zur Warpstock auf OS2.org zeigt, dass für die meisten Interessenten die Anfahrt zur Warpstock zu umständlich ist. Im Vortragsprogramm gibt es u.a. einen Beitrag von Ed Durrant der über die Visualisierung von OS/2 auf anderen Host-System berichtet.

[UPDATE 23.9]
Eugene Gorbunoff zählt in diesem Artikel die Vorteile eines Besuchs der Warpstock 2009 auf.

A. Du hältst eine Präsentation ab ?

Die Konferenz ist eine gute Chance ...

  • die eigene Anwendung den Usern zu demonstrieren;
  • die Vorteile des Einsatzes von eComStation zu präsentieren;
  • seine Source-Code Libraries mit anderen Entwicklern zu teilen;
  • neue eComStation-Technologien zu lernen und seine eigenen Erfahrungen mit anderen Entwicklern auszutauschen;
  • die eigenen Konzepte der Betriebssystem-Entwicklung zu präsentieren;
  • Darüber zu diskutieren, welche Software und Treiber in Zukunft entwickelt werden sollten;

B. Außerdem bietet die Konferenz die folgenden Möglichkeiten:

  • Soziale-Netzwerke knüpfen
    • Du triffst dich mit anderen eCS-Usern und Entwicklern aus anderen Ländern.
    • Du lernst andere Kulturen kennen;
    • Bist du ein Entwickler, kannst du potentielle Kunden treffen und nach deren Bedürfnissen fragen;
    • Du kannst eCS-User aus deiner Region kennenlernen. Vielleicht entsteht so die Bildung einer neuen eCS-User-Group;

  • Einkommen / Erfahrungen
    • Ein Besuch in Deutschland ist eine gute Erfahrung, du erfährst wie deutsche arbeiten und warum sie so produktiv sind;
    • Du sammelst Informationen, was der kommende Trend in der eCS-Entwicklung ist. Dies Hilft dir Zeit und Aufwand zu sparen und verhindert das in die falsche Richtung entwickelt;
    • Verbessere dein Englisch(/Deutsch/Holländisch);
    • Du wirst aktiver bei der Vorbereitung für die Konferenz. Du kommst auf bessere Ideen und schreibst mehr Source-Code je näher der Stichtag kommt;
    • Präsentiere dein Programm auf der Konferenz und verkaufe es;

  • Oder nutze die Fahrt einfach als Urlaub

Dienstag, 14. April 2009

REXX - REstructured eXtended eXecutor

Ab der Version 2.0 gehört die Scriptsprache REXX mit zum Lieferumfang von OS/2. REXX hat seine Wurzeln im Großrechnerbereich und wurde von IBM nach OS/2 protiert. Sie lässt sich durch das hinzufügen von zusätzlichen Libraries (DLLs) beliebig erweitern womit man Sie als alternative zu einem Shell-Skript einsetzen, aber auch eigene Anwendungen mit ihr erstellen kann. REXX ist eine strukturierte Programmiersprache sie sehr einfach zu erlernen und zu lesen ist und wurde auf viele Plattformen portiert. Wie PERL hat REXX seine Stärke in der Stringverarbeitung.
Ein REXX Programm kann mit jedem beliebigen Text-Editor erstellt werden. In der ersten Zeile muss immer ein Kommentar /* ... */ stehen, damit die OS/2 Shell erkennt, dass es sich um ein REXX Skript handelt. REXX kennt 23 Instruktionen und einen Datentyp, den String. Variablen sind Typenlos und der Inhalt einer Variable kann sich im Laufe des Programms bzw. bei der Programmausführung beliebig ändern. REXX kennt keine Arrays, dafür können Variablen eine oder mehrere, durch einen "." getrennte Endungen haben mit denen man sich Ein- bzw. Mehrdimensionale dynamische Hashtables mit der gleichen Funktion eines Arrays erzeugen kann. Ich möchte hier einen kurzen Auszug aus dem Grund-Wortschatz von REXX Funktionen geben:
  • IF ... THEN ... ELSE
    Die Anweisung prüft, ob die Bedingung die hinter IF steht wahr ist. Ist dies der Fall, wird die Anweisung ausgeführt, die hinter THEN steht. Ist die Bedingung falsch, wird die Anweisung ausgeführt, die hinter ELSE steht.

  • SELECT WHEN ... THEN ... WHEN ... THEN ... OTHERWISE ... END
    Die Anweisung SELECT fasst mehrere Bedingung zusammen. Jede Bedingung wird durch eine WHEN geprüft. Ist diese Bedingung wahr wird die hinter den THEN stehende Anweisung ausgeführt. Es ist möglich, dass mehrere Bedingungen wahr sind. In diesem Fall werden deren Anweisung ebenfalls ausgeführt. In dem Fall, dass keine Bedingung wahr ist, wird die Anweisung hinter OTHERWISE ausgeführt.

  • DO (FOREEVER, UNTIL, WHILE, X=Y TO Z) ... LEAVE ... END
    Die Anweisung DO kann alleine und in Kombination mit den Bedingungen die in Klammern angeführt sind angewendet werden.
    DO FOREEVER ist eine Endlosschleife die unendlich durchlaufen wird.
    DO UNTIL ist eine Schleife, die solange durchlaufen wird bis die Bedingung hinter UNTIL erfüllt/wahr ist.
    DO WHILE ist eine Schleife die solange durchlaufen wird die die Bedingung hinter WHILE nicht mehr erfüllt/wahr ist.
    DO X=Y TO Z ist die klassische FOR ... NEXT Schleife. X bekommt einen Startwert Y und iteriert zu Z. Hat X den Wert von Z erreicht wird die Schleife verlassen.
    Die Anweisung LEAVE kann innerhalb der DO-Schleife aufgerufen werden. Der Aufruf führt dazu, dass die DO Schleife verlassen wird.

  • ARG
    Diese Anweisung liest ein oder mehrere Argumenten ein, die zusammen mit dem REXX Programmaufruf eingegeben wurden.

  • PARSE
    Liest einen oder mehrere Strings von der Tastatur ein und ordnet diese Variablen zu.

  • SAY "..." "..."
    Gibt einen oder mehre Strings oder Ausdrücke aus.

  • CALL
    Mit CALL kann eine REXX Sub-Routine aufgerufen werden. Der Name der Sub-Routine definiert sich aus dem Namen des LABELS das unmittelbar über dem Funktionsaufruf von PROCEDURE steht. Mit dem Funktionsaufruf können optional auch eine Reihe von Argumenten mitgegeben werden.

  • PROCEDURE ... EXPOSE ... ARG ... RETURN
    Die Funktion PROCEDURE kann direkt hinter einem definierten LABEL angegeben werden. Innerhalb dieser Sub-Routine können neue Variablen definiert werden, die nur in dieser Routine ihre Gültigkeit haben. Der Routine können wie einem REXX Programm Argumente (ARG) übergeben werden, mit die die Routine arbeiten kann. Mit der Anweisung RETURN wird die Sub-Routine wieder verlassen. Mit EXPOSE kann man externe Variablen definieren die innerhalb der Sub-Routine modifiziert werden können.

  • SYMBOL
    Prüft ab eine Symbol oder Variable eine gültige Zuordnung bzw. Definition besitzt. Die Funktion gibt BAD, VAR oder LIT zurück. Mit dieser Funktion kann man z.B. überprüfen, ob eine Variable schon eine gültige Initialisierung besitzt. Eine uninitialisierte Variable gibt immer ihren eigenen Namen als Inhalt zurück.

  • EXIT
    Verlässt das laufende Programm.
Unter OS/2 gibt es die GUI Anwendung PMREXX mit der man sich im Detail die Ausgaben eines REXX- Programms anschauen und Debuggen kann. Das Programm wird nicht standardmäßig Installiert und muss über die Installationsoption nachinstalliert werden, wenn man keine OS/2- Vollinstallation ausgewählt hat. Darüber hinaus gibt es unter OS/2 die Möglichkeit auch GUI-Anwendungen mit REXX zu erstellen. Das VREXX Toolkit stellt hierfür die entsprechenden Funktionen zur Verfügung. Watcom VX-REXX ist eine Visuelle Entwicklungsumgebung, mit der man seine sein Presentation Manager Anwendungen über eine GUI zusammen klicken kann. Hiermit wird auch heute noch an eComStation entwickelt. Leider gibt es diese Entwicklungsumgebung nur als Demo-Version zum Download. Wer sich fragt, wo REXX heute noch eingesetzt wird, findet hier einen ausführlichen Artikel.

[UPDATE] Und dann gibt es noch DrDialog den man bei Hobbes und OS2 Site herunterladen kann. Mit dieser REXX-Entwicklungsumgebung lassen sich ebenfall GUI-Anwendungen unter OS/2 Warp erstellen. Ein ausführliche 14teilige Anleitung und eine Einführung in REXX hat Thomas Klein für den Voice-Newsletter erstellt. Es folgen die Links auf die einzelnen Teile:
(Danke an Warpcafe für den Tip)

Mittwoch, 1. April 2009

eComStation 2.0 GA ist endlich fertig ...

Es ist endlich soweit, pünktlich zum 1. April ist die neuste Version eCS 2.0 bei Mensys verfügbar. An neuen Features ist einiges hinzugefügt worden. Die Workplace Shell wurde entscheidend erweitert und verfügt nun, mit der grafischen Oberfläche Pyro, über ähnliche Funktionen wie die MacOS X Oberfläche Aqua und Microsofts Oberfläche Aero. Die Windows NT Unterstützung wurde ebenfalls stark erweitert, so dass nun fast alle Win32-Anwendungen unter eCS laufen. Sogar die meisten Windows-Viren funktionieren nun unter eCS. Der Hardware Abstraction Layer (HAL) von eCS wurde mit Hilfe des Reactos-Projekts soweit überarbeitet, dass nun WDM-Treiber direkt verwendet werden können. Die bisherigen Treiberprobleme gehören damit der Vergangenheit an. Die neue eCS Version 2.0 kann man in einer Basic-, Bussiness-, Developer-, Education-, Enterprise- und Ultimate- Version kaufen. Die Preisliste kann auf der Homepage von Mensys eingesehen werden. Eine 14-Tage Trail Version kann von der Homepage des TeamOS/2-Dachverbands heruntergeladen werden. Aufgrund der enormen Nachfrage ist der Server zur Zeit stark ausgelastet und es kann zu Verbindungsproblemen kommen.

Mittwoch, 18. März 2009

Book Review: Kapitel 1 - Bevor Sie beginnen ...

Das erste Kapitel dieses Buches erläutert die Grundlagen eines PCs und den Funktions-Umfang von OS/2 Warp 3. Es wird auf die Systemanforderungen von Warp 3 eingegangen und beschrieben wie man Warp 3 zusammen mit anderen Betriebssystemen installiert.

Der Autor empfiehlt als minimal PC für die Benutzung von Warp 3 einen 386 DX 40 mit 8 MB RAM und 200 MB Festplatte. Warp 3 läuft theoretisch schon auf einem 386 SX 16 mit 4 MB RAM und 60 MB Festplatte, diese Ausstattung ist aber nur für wenige Anwendungen wie Textverarbeitung erträglich. Als optimaler Warp-PC wird ein 486 DX 33 mit 16 MB RAM und 400 MB Festplatte empfohlen. Bei der Auswahl der Hardware-Komponenten sollte man vor dem Kauf genau prüfen, ob diese von Warp 3 direkt oder vom Hersteller der Komponente mit Treibern unterstützt wird.

Warp 3 bietet echtes Multitasking zwischen OS/2, Windows 3.1 und DOS Anwendungen, besitzt echten Speicherschutz zwischen den verschiedenen Anwendungen und bringt für die Bedienung eine objektorientierte, graphische Benutzeroberfläche mit, die Workplace Shell. Warp 3 unterstützt das FAT, HPFS und ISO9660 Dateisystem und über der Installable-File-System (IFS) Unterstützung können noch weiter Dateisystem hinzugeladen werden.

Anders als OS/2 2.1 wird Warp 3 direkt mit einem BonusPak ausgeliefert das die folgenden Programme enthält:
  • IBM Works (Textverarbeitung, Datenbank, Tabellenkalkulation, Terminverwaltung)
  • IBM Multimedia Viewer für Archivierung und Darstellung von Bild und Textdateien.
  • IBM Internet Connection für OS/2 (diverse Programme für den Zugriff auf das Internet)
  • Faxworks für OS/2 (Faxe empfangen und senden aus OS/2-, WinOS/2- und DOS-Anwendungen heraus)
  • Opalis für OS/2 (BTX-Decoder für den Datex-J Dienst der deutschen Telekom)
  • HyperAccess Lite für OS/2 (Terminal-Programm für den Zugriff auf Mail-Boxen und Online-Dienste)
Bevor man nun Warp 3 installiert sollte man sich Gedanken darüber machen, ob man OS/2 alleine oder neben anderen Betriebssystemen wie Linux oder DOS verwenden will. Hier gelten die gleichen Regeln die schon im Kapitel 11 zum Book Review OS/2 2.1 - Eine Strukturierte Einführung beschrieben wurden.

Dienstag, 17. März 2009

Warp-Book im Selbstbau

OS/2 Warp 3 läuft unter Q und QEmuManager, ich wollte trotzdem einmal eine Installation auf "echtem Eisen" durchführen, um mir ein Bild davon zu machen, wie schnell bzw. gut OS/2 sich 1994 für den Anwender an gefühlt hat. Ich habe einige alte PCs herumstehen, auf denen ich schon Warp 4 und EcomStation probeweise installiert hatte und weil bei dem letzten OS/2 Buch, dass ich in die Finger bekommen hatte, eine 60 Tage OS/2 Warp Version auf CD-ROM bei lag, dachte ich mir, jetzt installierst du auch mal Warp 3.

Leider lies sich Warp 3 auf keinem meiner Rechner mehr installieren. Alle bleiben bei der Installation entweder hängen (frieren ein) oder beenden das Booten mit einem TRAP. An dieser Stelle wurde mir klar, wie gut die Emulation unter QEmu wirklich ist.

An diesem Punkt hatte ich zwei Möglichkeiten weiter zu machen. Treiber-Troubleshooting in der Config.sys von Warp 3 oder die Beschaffung vernünftiger, antiker Hardware aus dem Jahr 1994. Außerdem wollte ich Warp 3 nicht wirklich auf diesen alten, lauten, sperrigen, dreckigen Blechkisten installieren. Bei eBay fand ich nach kurzer Suche ein 486 Notebook mit Farb- VGA- TFT- Display als Defekt für unter 10 Euro. Was defekt an dem Gerät war, war dass der Display-Deckel nicht mehr in Position gehalten wurde, weil die Plastikverschraubungen an den Schahnieren über die Jahre brüchig geworden waren. Mit etwas Heißkleber (DrRatio's liebling ;) war das schnell repariert. Der Akku war natürlich nach über 10 Jahren platt und das Netzteil war kaputt. Ein passendes 19 Volt Netzweil war schnell organisiert und nach dem Einschalten des Geräts bootete es Windows NT 4.0 von seinem Vorbesitzer.

Bei dem Notebook handelt es sich um ein ESCOM PARADIGMA II aus dem Jahre 1995 mit 486 DX 4-100 MHz CPU und 20 MB RAM, also die ideale Hardware für Warp 3. Das 12"-Display hat eine Standard-VGA Auflösung von 640 x 480 Pixel bei 256 Farben. Die laute und scheppernde 504 MB 2,5"-Festplatte wurde sofort gegen einen Compact-Flash-IDE-Adapter mit 256 MB CF-Karte gewechselt.

Schwierig wurde es bei der Partitionierung der CF-Karte. Die CF-Karte wurde vom BIOS sauber erkannt, da dass Disketten-Laufwerk aber nicht mehr richtig funktionierte, war es sehr schwer ein DOS auf dem Notebook zu booten um die Festplatte zu partitionieren. Nach vielen Versuche klappte es dann, und auf der CF-Karte konnte dann anschließenden mit QEmuManager Warp 3 installiert werden. Nach der Installation wurde die CF-Karte wieder in das Notebook eingebaut, welches nun Warp ohne Probleme bootet. Beim Filesystem Typ bin ich bei FAT geblieben. Ich kann nun die CF-Karte über einen USB-Media-Reader an jeden PC anschließen und nachträglich Daten von und auf das Medium kopieren. Außerdem kann ich das installierte Warp 3 unter QEmuManager booten und damit arbeiten, so als laufe es auf dem Notebook. Dabei sollte man aber beachten, das man keinen Virenscanner oder irgend welche anderen Programme laufen hat, die gleichzeitig mit dem Emulator auf die Daten auf der CF-Karte zugreifen. Das Ergebnis ist ein durcheinander in der FAT und in den Daten auf der CF-Karte.
Unter Q auf dem Mac kann ich mit dem Disk-Utility ein Image von der CF-Karte erzeugen. Leider habe ich noch keinen Weg gefunden, dieses wieder auf die CF-Karte zurückzuspielen. Das erzeugte Image kann man unter Q booten und somit auch mit Warp 3 arbeiten.

QEmuManager verwendet auch physikalische Festplatten

Beim herumexperimentieren mit QEmuManager ist mir eine Funktion aufgefallen, die Q nicht bietet. Es ist möglich physikalische Festplatten anstatt eines Festplatten-Images zu verwenden. Wenn dass möglich ist, kann man dann ein OS/2 unter QEmuManager auf einer Festplatte installieren und diese dann in einen reellen PC einbauen, der dann das installierte System bootet?

Als ersten Versuch habe ich darum eine IDE-Festplatte über ein externes USB 2.0 IDE- Festplattengehäuse mit dem PC verbunden, unter QEmuManager einen virtuellen PC mit physikalischer Festplatte erzeugt und DOS installiert. Die physikalische USB Festplatte lässt sich im entsprechenden Auswahlmenü auswählen, sobald sie mit dem PC verbunden wurde. DOS wurde nun von einem Disketten-Image gebootet und ich konnte mit FDISK eine Partition auf der Festplatte anlegen. Nach dem notwendigen reboot von DOS kann man dann diese Festplatte mit FORMAT C:/S formatieren und bootfähig machen. Ein Booten von dieser Festplatte ist dann anschließend unter QEmuManager ohne Probleme möglich. Anschließend habe ich die IDE-Festplatte aus dem externen USB-Gehäuse entnommen und über den IDE-Anschluss an meinen alten Pentium 200 PC angeschlossen. Dieser erkannte die Festplatte sofort, wollte das installierte DOS aber nicht booten. Was war falsch gelaufen?

Das Problem ist, dass unterschiedliche IDE-Controller die Festplatte mit unterschiedlicher Geometrie ansprechen. Moderne Betriebssystem arbeiten bei Festplatten mit LBA der Large Block Allocation. Hierbei bekommt jeder 512KB-Block der Festplatte eine eindeutige Nummer zugewiesen. Die Geometrie der Festplatte spielt bei älteren Betriebssystem (wie DOS und OS/2) eine wichtige Rolle. Hier wird ein Datenblock auf der Festplatte durch Cylinder, Head und Sector (CHS) adressiert. Die Anzahl der Zylinder, Köpfen und Sektoren legt aber der IDE-Controller beim erkennen der Festplatte fest. Solange der IDE-Controller nicht gewechselt wird, ist dies nicht weiter tragisch. Schließt man aber die Festplatte an einen anderen IDE-Controller an der der eine andere CHS Geometrie verwendet, kann das Betriebssystem von dieser Platte nicht mehr richtig booten.

Die Lösung zu diesem Problem ist, die Festplatte auf dem Ziel-System zu partitionieren und zu formatieren. Schließt man die Festplatte nun über einen USB-IDE-Controller an einen PC an, erkennt der Controller bzw. das Host-Betriebsystem (Windows XP, Linux, MacOS X), dass sich schon eine gültige Partitionstabelle auf der Festplatte befindet und verwendet die dort angegebene Geometrie. Das gleiche Problem hat man übrigens auch bei der Verwendung von Compact-Flash Karten als Festplattenersatz. Auch hier sollte man die CF-Karte auf dem Zielsystem partitionieren.

Montag, 16. März 2009

Book Review: OS/2 Warp Version 3 ohne Kopfschmerzen

Dieses Buch aus dem Markt&Technik Verlag beschäftigt sich mit OS/2 Warp 3. Der Autor Benjamin Stein gibt in diesem Buch dem Einsteiger wie auch dem Fortgeschrittenen OS/2 2.0 Anwender einen Einblick in die neue Version von OS/2 Version 3. Auf gut 300 Seiten behandelt das Buch die Installation, den Umgang mit Warp, erläutert die Programme des Bonus-Packs und gibt viele nützliche Tipps für den Alltag. Ich möchte zum Auftakt aus dem Vorwort zitieren, in dem der Autor beschreibt was den Leser in diesem Buch erwartet.

OS/2 - was ist das? OS/2 - das taugt doch nichts! OS/2 - das ist doch ein Betriebssystem für Großrechner von IBM, für den Heim-PC völlig ungeeignet. Oder auch: Oh - OS/2 - das macht deinem Rechner Beine, wer´s drin hat, hat mehr drauf... Irgend etwas muss dieses Software an sich haben, wenn es ihr gelingt, die Debatte über das Betriebssystem der Wahl derart anzuheizen und mit immer neuem Stoff zu versorgen.

Vielleicht glauben Sie diesen Slogans nicht. Vielleicht wollen Sie endlich wissen, was wirklich dran ist an diesen Schmähreden und Lobeshymnen. Was kann dieses OS/2? Was kann es nicht? Lohnt es sich für mich, es zu installieren? Wie stelle ich´s an? Was muss ich beachten?

Eine umfassende Antwort auf alle Ihre Fragen zu OS/2 wird Ihnen auch dieses Buch nicht geben können. Es ist gedacht als erster Einstieg für jene unter Ihnen, die vorhaben, OS/2 zu benutzen. Es ist gedacht als Informationsquelle für jene, die OS/2 noch nicht oder nur wenig kennen und unschlüssig sind, ob sich eine Installation wohl lohnt. Und ebenso soll es den Anwendern von OS/2 2.x helfen, in Kürze die Neuerungen und Veränderungen der Version 3 kennenzulernen, damit der Ein- bzw. Aufstieg in die Warp-Ära ohne allzu großes Kopfzerbrechen oder gar Kartenjammer vonstatten gehen kann.

Also, worauf warten wir noch? Sie sind bereit? Lassen Sie sich einfach entführen in die gar nicht so "unendlichen Weiten" von OS/2 Warp.

Benjamin Stein - OS/2 Warp Version 3 ohne Kopfschmerzen - Markt&Technik - ISBN 3-87791-700-3

Das Buch ist in 5 Kapitel aufgeteilt die in den folgenden Wochen nacheinander von mir zusammengefasst werden. Die Kapitel haben die folgenden Titel:
  1. Bevor Sie beginnen ...
  2. Installation
  3. Ihr neues Büro - Einführung in die Workplace Shell
  4. So geht´s - Arbeiten mit der Workplace Shell und den Anwendungen des BonusPak
  5. Durchstarter und Fehlstarts
Ich werden bei Bedarf Bezug auf das letzte Book-Review nehmen, weil ich nicht unnötig schon beschriebene Funktionen von OS/2 erneut beschreiben will.

Freitag, 13. März 2009

Book Review: Kapitel 11 - OS/2 Installieren

Vor der Installation von OS/2 sollte man sich kurz gedankten darüber machen, ob man neben OS/2 noch andere Betriebssystem installieren will. Entschließt man sich dazu, OS/2 alleine auf der Festplatte zu installieren, ist es nachträglich nicht mehr so einfach bzw. überhaupt nicht möglich ein weiteres Betriebssystem nach zu installieren.
Ich beschreibe im folgenden die Installation von OS/2 als einzige Betriebssystem auf einem PC. Der unterschied zur Installation von mehren Betriebssystemen ist der, dass man bei der Partition der Festplatte mehrere Partitionen anlegen muss. Zusätzlich sollte man den Boot-Manager von OS/2 Installieren, mit dem man beim Start des PCs das zu bootende Betriebssystem auswählen kann.
Für die Installation von OS/2 2.1 benötigt einen PC mit mindestens einem 386 Prozessor, mindestens 6 MB RAM und mindestens eine 60 MB Festplatte. Die Installation kann man entweder komplett über Disketten oder über eine CD-ROM durchführen. Für die CD-ROM Variante benötigt man dann noch die Installations-Diskette und Diskette 1, weil OS/2 in dieser Version noch nicht von CD-ROM booten konnte.
Nach dem booten der beiden ersten Disketten kann man über F3 auf die Kommando-Konsole zugreifen und dort mit FDISK die Festplatte partitionieren. Hier sollte man für OS/2 eine Primäre-Partition anlegen. Diese Partition muss als Installationspartition definiert werden. Nach dem speichern der Einstellungen muss man die PC neu booten. Die neue Partition wird vom Installationsprogramm erkannt und man kann nun auswählen ob man die Partition mit einem HPFS oder FAT Filesystem formatiert. Ich empfehle das HPFS-Filesystem auszuwählen, weil es robuster und performanter als das FAT Filesystem ist.
Die Festplatte wird anschließend in dem angegebenen Fileformat formatiert und das Installationsprogramm kopiert den Inhalt der ersten 5 Disketten auf die frisch erstellte Partition. Anschließend wird man aufgefordert die Diskette aus dem Diskettenlaufwerk zu entfernen und den PC erneut zu starten. Der PC sollte nun von der Festplatte OS/2 booten. Hiermit ist der erste Installationsschritt abgeschlossen. OS/2 startet nun die graphische Benutzeroberfläche und beginnt mit dem zweiten Installationsschritt. Hier kann man nun die Hardware-Komponenten des PCs einstellen. OS/2 2.1 konnte in dieser Version die Komponenten des PCs noch nicht automatisch erkennen. Diese Einstellungen muss der Anwender selbst vornehmen. Nach der Hardware Konfiguration folgt das Auswahlmenü der Software-Konfiguration. Hier werden alle verfügbaren Programme aufgelistet die installiert werden können. In einem kleinen Fenster wird angezeigt wieviel Speicherplatz die Installation benötigt und wieviel auf der Festplatte noch frei ist. Um Speicherplatz zu sparen, kann man nicht benötigte Komponenten deselektieren. Hat man genug Speicherplatz auf der Festplatte zur Verfügung, kann man getrost alles installieren. Bestätigt man die Auswahl, wird die Installation fortgesetzt. Nun werden die restlichen Disketten auf die System-Partition kopiert. Nach der Installation befindet man sich auf der Workplace Shell von OS/2.

Mit diesem Kapitel schliesst das erste Book review. Das nächste Review wird sich mit einem Buch über OS/2 Warp 3 befassen. Ich werde bei zukünfigen Reviews gegebenenfalls auf dieses Review verweisen und diesen Kapitel evtl. noch erweitern sollten mir wichtige Details entgangen sein.

Book Review: Kapitel 10 - Grundbegriffe

In diesem Kapitel gehen die Autoren noch einmal auf die verschiedenen Begriffe ein, die im Zusammenhang mit OS/2 immer wieder genannt werden. Ich möchte an dieser Stelle dass nicht wiederholen und erklären was eine Festplatte, ein Betriebssystem oder eine Diskette ist. Vielmehr möchte ich kurz auf die Besonderheiten von OS/2 2.1 aus dem Jahr 1992 eingehen, die dieses Betriebssystem von seiner Konkurrenz hervorhob.
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Als OS/2 2.0 und 2.1 ist das erste 32 Bit Betriebssystem für PCs. Es nutzt die Fähigkeiten der 80386 Prozessoren aus und bietet echtes Multitasking, Memory-Protection der einzelnen Anwendungen und mehrere unabhängige virtuelle DOS Boxen. Windows 3.1 war zu dieser Zeit nur ein grafischer Aufsatz für DOS. Fehlerhafte Anwendungen konnten das ganze System zum Absturz bringen und die Fähigkeiten des 80386 Prozessors wurden nur Ansatzweise genutzt, um mehr als 640 KB RAM zu adressieren.
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OS/2 braucht mindestens einen 80386 PC mit 6-8MB RAM und eine Festplatte mit mehr als 60MB Kapazität. DOS lief schon auf einen PC mit 512KB RAM und Windows 3.1 als DOS-Aufsatz konnte man schon auf einen 80286 mit 1MB RAM und einer 20MB Festplatte brauchbar einsetzen. OS/2 war hier seiner Zeit voraus und stellt System- Anforderungen, die die meisten Anwender nicht finanzieren wollten. Mangelnde Treiberunterstützung, zu wenige (entscheidend bessere) Programme für OS/2, schlechtes Marketing seitens IBMs und Microsofts Bundle-Geschäfte mit PC-Herstellern führen dazu, dass OS/2 von den Anwendern außeracht gelassen wurde.
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OS/2 bietet mit HPFS ein technisch besseres Filesystem als das DOS-FAT-Filesystem. Es ist wesentlich robuster, vermeidet die Defragmentierung von Daten, ist performanter in Hinsicht auf Dateigrößen, Dateinamenslänge und der Zugriffsgeschwindigkeit.
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OS/2 bringt ein DOS und ein Windows 3.1 direkt mit. Es laufen somit sofort alle DOS- und Windows 3.1 Programm unter OS/2 auf einem Desktop. DOS und Windows werden in die gleiche Benutzer-Oberfläche integriert und es ist durch Cut&Paste möglich Text- und Grafik-Informationen zwischen allen System auszutauschen.
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Mit Rexx bringt OS/2 eine aus dem Großrechnereinsatz bekannte Script-Sprache mit, mit der man einen großen Teil der Systemfunktionen automatisieren kann.
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Soviel zum Thema Grundbegriffe. Im letzten Kapitel des Buches wird die Installation von OS/2 2.1 beschrieben. Ich werde mich hier von der Buchvorlage halten, obwohl der heutige Einsatz von Disketten auf aktuellen PCs nicht mehr möglich bzw. praktikabel ist. Die Informationen sind evtl. für denjenigen von Nutzen, der OS/2 auf historischer Hardware installieren will.

Warp 3 und Warp 4 laufen auf QEmuManager 5.0

Nachdem ich ein wenig mit QEmuManager 5.0 unter Windows XP experimentiert habe, galt meinen nächsten Versuch ein unter Q erzeugtes Image eines virtuellen PCs unter QEmuManager ans laufen zu bekommen. Das Image von Warp 4 war schnell auf den Windows PC kopiert. Mit diesem Image kann QEmuManager aber leider nicht arbeiten.
QEmuManager erwartet zwei Dateien mit der Dateiendung DSK und VM. Die VM-Datei ist ein Text-File, dass die QEmu Konfiguration enthällt. Die DSK-Datei ist das Disk-Image. Im Gegensatz dazu verwendet Q für jeden virtuellen PC einen Ordner in dem sich ebenfalls eine Konfigurationsdatei (configuration.plist), das Disk-Image (*.qcow2) und ein Bild der aktuellen Displayausgabe (thumbnail.png). QEmuManager oder Q haben leider kenne passenden Exporter oder Importer um die passenden Konfigurationsdateien zu erzeugen, darum muss man hier leider etwas tricksen.
Unter QEmuManager wird ein virtueller PC angelegt den wir Warp nennen. QEmuManager legt für diesen virtuellen PC die Dateien Warp.vm und Warp.dsk in seinem Image Verzeichnis an. Die Warp.dsk Datei wird nun gelöscht, die *.qcow2 Datei in dieses Verzeichnis kopiert und anschließend in Warp.dsk umbenannt. Warp 4 kann nun in QEmuManager gestartet werden. Die PCNet-Netzwerkkarte wird leider noch nicht erkannt. Auf die gleiche Art und Weise wird auch mit dem Image von Warp 3 umgegangen. Unter QEmuManager kann man den Netzwerkkartentyp leider nicht einstellen und eine Modifikation der VM-Datei wird automatisch rückgängig gemacht. Hier muss ich mich etwas tief einlesen um dass Problem zu lösen.

Donnerstag, 12. März 2009

GenGradd Treiber unter Q zeigt mehr als 16 Farben

GRADD steht für GRaphics-Adapter-Device-Driver und wurde als objekt orientierter Treiber konzeptioniert um die Beschleunigungs- Funktionen von modernen Grafikchipsätzen unter OS/2 zu unterstützen. Die Funktionen unterstützen allerdings nur die 2D- Beschleunigungs-Funktionalität, nicht aber die 3D-Funktionen. Es gibt eine Reihe von GRADD-Treibern die spezielle an die Grafikchipsätze bestimmter herstellen angepasst sind. (z.B. S3, ATI, MATROX usw.). Der GENGRADD Treiber unterstützt alle sonstigen Grafikchipsätze die zumindest VESA- Kompatiblität bieten.
VESA ist eine Erweiterung des normalen VGA Standards und ermöglicht eine höhere Auflösung als die Standard-VGA Auflösung und mehr Farben. Da es sich um einen generischen Treiber handelt werden keine 2D-Beschleunigungsfunktionen unterstützt.
Den GENGRADD Treiber für OS/2 kann man auf der OS/2 Site downloaden. Es wird ein OS/2 Warp 3 FP 35 oder ein OS/2 Warp 4 mit FP 5 vorausgesetzt. Da ich mit dem Scitech Display Doktor bzw. SNAP bisher keinen Erfolg hatte, bin ich gespannt wie sich dieser Treiber schlägt. Nachdem ich die Datei gradd083.exe von der OS/2 Site heruntergeladen und nach der Installations- Anleitung in gradd083.txt installiert habe erscheint OS/2 Warp 4 mit 256 Farben nach dem Reboot. Eine höhere Auflösung wie 640 x 480 lässt sich leider nicht einstellen. Aber auch kleine Fortschritte führen zum Ziel.
Vielen Dank an dieser Stelle an Thomas der mir den Tipp gegeben hat.